Infodienst 2/2008
Newsletter
der Homepage-Redaktion „www.pastoraltheologie.de“
Inhalt:
1. Symposion „Jugend@pastoral. Standortbestimmung und Perspektiven“
2. Abschiedsvorlesungen von Prof. Udo Schmälzle und Prof. Leo Karrer
3. 35 Jahre Caritas-Fortbildungs-Akademie: Symposium zu Jubiläum und Leitungswechsel
4. Wissenschaftliche Studie „Weltkirchliche Arbeit heute für morgen“
5. Tagungsankündigung: „Mehrwert Mensch – zur Aktualität Joseph Cardijns“
6. Publikationen
7. Obligatorisches / Impressum
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Nutzerinnen und Nutzer unserer Homepage,
heute möchten wir Sie mit dieser Newsletter-Ausgabe wieder auf Neuigkeiten aus der Konferenz der deutschsprachigen Pastoraltheologen und Pastoraltheologinnen e.V. aufmerksam machen. Ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Homepage http://www.pastoraltheologie.de.
Nachrichten aus Ihrem Haus, Veranstaltungsankündigungen, Hinweise auf Neuerscheinungen, Stellenangebote etc. können Sie über unseren E-Mail-Verteiler an alle eingetragenen Kolleginnen und Kollegen sowie weitere an Pastoraltheologie Interessierte schicken. Dafür senden Sie bitte die entsprechende Mitteilung an: info@pastoraltheologie.de.
Wir würden uns freuen, wenn Sie Kolleginnen und Kollegen sowie weitere pastoraltheologisch Interessierte auf dieses Informationsangebot aufmerksam machten. Die Anmeldung für den Newsletter-Verteiler ist auf der Startseite der Konferenz-Homepage möglich.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld
Beauftragter der Konferenz deutschsprachiger Pastoraltheologen und Pastoraltheologinnen e.V. für die Homepage www.pastoraltheologie.de
1. Symposion „Jugend@pastoral. Standortbestimmung und Perspektiven“
Vom 8.-10. September findet das diesjährige Symposium der Konferenz in Benediktbeuern statt, diesmal zum Thema „Jugend@pastoral. Standortbestimmung und Perspektiven“.
Was bewegt Jugendliche heute? In welcher Weise können Pastoral und Pastoraltheologie auf die geänderte sozioreligiöse Situation reagieren? Mit Vorträgen und Diskussionen soll der Spannung zwischen bewährten Formen von Jugendpastoral und neuen Ansätzen nachgegangen werden. Anstöße dazu werden sowohl von soziologischer Seite geholt (Sinusstudie; Jugendwertestudie) als auch von der konkreten Praxis der Jugendarbeit in unterschiedlichsten Formen. Die vielen Workshops wollen eine Einblick geben in das, was in unterschiedlichen jugendpastoralen Tätigkeitsfeldern überlegt und praktiziert wird.
Im Gespräch mit profilierten Theoretikern und Praktikern der Jugendpastoral sollen Perspektiven aufgezeigt werden für eine Jugendpastoral im „iconic turn“.
Das Symposium, das mit Benediktbeuern an einem wichtigen Ort der Jugendpastoral stattfindet, möchte schließlich neben der wissenschaftlichen Reflexion auch der Netzwerkbildung in diesem pastoraltheologisch häufig wenig beachteten Feld dienen.
Nähere Informationen entnehmen sie bitte dem Flyer http://www.pastoraltheologie.de/veranstaltungen/documents/Einladung_Symp_Jugendpastoral_08.pdf
Anmeldeschluss (im Sekretariat in Benediktbeuern) ist am 31. Juli 2008. [J. Pock, Bonn]
2. Abschiedsvorlesungen von Prof. Udo Schmälzle und Prof. Leo Karrer
Am 09. Mai 2008 hielt der Vorsitzende der Konferenz deutschsprachiger Pastoraltheologen und Pastoraltheologinnen e.V., Professor Dr. Udo Schmälzle, seine Abschiedsvorlesung an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster, an der er von 1987 bis 2008 Professor für Pastoraltheologie und Religionspädagogik war. Udo Schmälzle hat im März 2008 das 65. Lebensjahr erreicht und ist zum Ende des Wintersemesters 2007/08 emeritiert worden.
Im voll besetzten Hörsaal F1 setzte er sich in seinem Vortrag zum Thema „Ich hasse Dich Gott, auch wenn es Dich nicht gibt!“ mit atheistischen Stimmen der Gegenwart und ihrer Herausforderung für die praktische Theologie auseinander. Zuvor wurde er geehrt in Grußworten der Rektorin der Universität und des Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, die ihm nicht zuletzt für sein vielfältiges universitäres Engagement als Senatvorsitzender und Vorsitzender von Rektor- und Kanzlerfindungskommissionen dankten. Die stellvertretende Konferenzvorsitzende, Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke, würdigte seine Verdienste als Vorsitzender der Konferenz der deutschsprachigen Pastoraltheologen und Pastoraltheologinnen e.V., der er seit 2001 ist. Nach der Abschiedsvorlesung wurde Udo Schmälzle die ihm gewidmete Festschrift "Kommunikation des Evangeliums" überreicht, die in der Reihe "Theologie und Praxis" im LIT-Verlag, Münster, erschienen ist. In dieser
vieldimensional angelegten Festschrift nehmen Schüler/innen, Kolleg/innen und Freunde Themen auf, die Udo Schmälzle ein Leben lang beschäftigt haben, und markieren damit auch eine Richtungsanzeige für die Pastoraltheologie im 21. Jh. [T. Kläden, Münster]
Prof. Leo Karrer hielt am 15. Mai 2008 vor etwa 250 Zuhörer/inne/n seine Abschiedsvorlesung mit dem Titel „Auch im Winter wächst das Brot. Die Kirche zwischen Vergangenheit und Zukunft“. Die Laudatio hielt Prof. Manfred Belok, Präsident der AG Praktische Theologie Schweiz und Professor für Pastoraltheologie der Theologischen Hochschule Chur. Grußworte übermittelten Prof. Guido Vergauwen, Rektor der Universität, Prof. Max Küchler, Dekan der theologischen Fakultät, Weihbischof Paul Vollmar (Diözese Chur) und Prof. Udo Schmälzle, Vorsitzender der Konferenz der deutschsprachigen Pastoraltheolog/inn/en. Bischof Bernard Genoud (Diözese Lausanne, Genf und Freiburg) ließ sich aus Termingründen entschuldigen.
Prof. Leo Karrer war von 1982-2008 ordentlicher Professor für Pastoraltheologie an der Universität Freiburg im Ü. Von 1996-1998 war er Dekan der theologischen Fakultät. Von 1993-2001 war er Vorsitzender der Konferenz der deutschsprachigen Pastoraltheologen und Pastoraltheologinnen und von 2001-2004 Präsident der Europäischen Gesellschaft für Katholische Theologie.
Abschiedsvorlesung und Laudatio sind unter http://www.unifr.ch/pastoral/de verfügbar. [S. Hodek, Freiburg i.Ü.]
3. 35 Jahre Caritas-Fortbildungs-Akademie: Symposium zu Jubiläum und Leitungswechsel
Seit 35 Jahren bietet die verbandliche Caritas ihren Mitarbeiter/-innen die Möglichkeit, sich in der eigenen Fortbildungs-Akademie des Deutschen Caritasverbandes weiterzubilden. Ein wichtiges Ziel der Fortbildungs-Akademie ist es, Lernprozesse von Personen und Organisationen in der Caritas anzustoßen und zu unterstützen. Die Fortbildungs-Akademie bietet einen Raum, in dem arbeitsplatzfern und gleichzeitig verbandsintern gelernt werden kann.
Zeitgleich zum Jubiläum kommt es Ende Juni 2008 zu einem Wechsel in der Leitung: Der langjährige Direktor Herr Michael Manderscheid geht in Ruhestand und Dr. Klaus Ritter, bisher Dozent an der Fortbildungs-Akademie, wird sein Nachfolger.
Anlässlich des 35-jährigen Jubiläums und des Wechsels in der Leitung bietet die Fortbildungs-Akademie im Juni dieses Jahres ein Symposium an: „Lernen von Personen und Organisationen in der verbandlichen Caritas. Die Fortbildungs-Akademie des Deutschen Caritasverbandes als "reflexive Zone" - Symposium vom 24. bis 25. Juni 2008 in Freiburg“
Dort werden der Beitrag der Fortbildungs-Akademie für das Lernen von Personen und Organisationen in der verbandlichen Caritas reflektiert. Zudem werden Impulse für die Weiterentwicklung der beruflichen Weiterbildung in der verbandlichen Caritas erarbeitet.
Rolf Arnold, Professor für Pädagogik an der Universität Kaiserslautern, wird in seinem Vortrag das Thema "Die lernende Organisation als Veränderung von Mustern" beleuchten. Die Teilnehmer/-innen haben die Möglichkeit, über die zukünftigen Anforderungen an die Bildungsarbeit der Fortbildungs-Akademie in Arbeitsgruppen zu diskutieren.
Ansprechpartner ist der zukünftige Direktor: Herr Dr. Klaus Ritter, E-Mail klaus.ritter@caritas.de , Tel. 0761/200-1862. [C. Tröndle, Freiburg i.Br.]
4. Wissenschaftliche Studie „Weltkirchliche Arbeit heute für morgen“
Im Auftrag des Projekts „Zur Zukunft der weltkirchlichen Arbeit in Deutschland“ der Deutschen Bischofskonferenz, der Diözesen in Deutschland und der katholischen Hilfswerke Adveniat, Caritas international, Kindermissionswerk, Missio Aachen und München, Misereor und Renovabis bearbeitet Prof. Dr. Dr. Klaus Kießling, Institut für Pastoralpsychologie und Spiritualität sowie Seminar für Religionspädagogik, Katechetik und Didaktik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, die wissenschaftliche Studie „Weltkirchliche Arbeit heute für morgen“. Sie hat zum Ziel, in dreifacher Perspektive von Diözesen, Hilfswerken und Gemeinden eine Übersicht über die weltkirchliche Arbeit in Deutschland zu erstellen, konkrete Herausforderungen in der weltkirchlichen Arbeit der genannten Akteure zu benennen sowie die Strukturen und Wege der Kooperationen zwischen den Akteuren, vor allem mit den Hilfswerken, zu beleuchten.
Zunächst hat das Forschungsteam erste Informations-, Literatur- und Materialsammlungen gebündelt, die zusammen mit den Ergebnissen der ersten projektbezogenen Fachtagung in einen Befragungskatalog eingeflossen sind. Dieser Katalog wurde für die drei Forschungsperspektiven operationalisiert. In den Diözesen wurde der Weg einer umfangreichen schriftlichen Befragung der Diözesandirektoren für weltkirchliche Arbeit gewählt. Der Rücklauf übertrifft alle Erwartungen und macht deutlich, dass seitens der Diözesanstellen selbst ein dringendes Interesse an einer inhaltlichen und strukturellen Vernetzung der eigenen Arbeit mit der Gesamtbefragung besteht. Um die Perspektive der Gemeinden zu erheben, hat ein Mitglied des Forschungsteams mehrere nach kontrastierenden Kriterien ausgewählte Gemeinden besucht, um in einer Tiefenstudie Inhalte und Umfang weltkirchlicher Arbeit, Interessen, Motivationen und Probleme der Engagierten zu erheben. Das umfangreiche, auf Tonbändern aufgezeichnete Interviewmaterial wurde inzwischen transkribiert und der anonymisierenden Auswertung nach bewährten Methoden qualitativer Forschung zugeführt. Für die sechs Hilfswerke der MARMICK haben wir im Anschluss an den diözesanen Bogen einen Fragebogen mit Schwerpunkt auf Fragen der Inlandsarbeit entwickelt, der mittlerweile aus allen Häusern beantwortet vorliegt. Die offenen, zukunftsorientierten Fragen hat ein Mitglied des Forschungsteams mithilfe von leitfadenbasierten Interviews erhoben, die ihren Schwerpunkt bei den Inlandskooperationen und der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit hatten. Die Auswertung von Fragebögen und Interviews ist aktuell im Gange.
Die zweite Forschungsphase findet ihren Schwerpunkt bei der Arbeit der Gemeinden. Nachdem die Ergebnisse der beschriebenen Perspektiven gebündelt und in Thesen gefasst sind, werden wir im Spätsommer eine onlinebasierte Befragung einer größeren Stichprobe durchführen, um die bisherigen Beobachtungen zu gewichten und gute Handlungsorientierungen für die Zukunft zu entwickeln. [K. Kießling, Frankfurt/M.]
5. Tagungsankündigung: „Mehrwert Mensch – zur Aktualität Joseph Cardijns“
Der jugendliche Arbeiter und die verarmte Stadtbevölkerung Brüssels standen im Zentrum der Seelsorge des belgischen Priesters und späteren Kardinals Joseph Cardijn (1882-1967). Er hat den Dreischritt „Sehen-Urteilen-Handeln“ für die Praxis der Christlichen Arbeiterjugend entwickelt. Diese Methode hat eine große Wirkungsgeschichte entfaltet und ist in die Grundstruktur der lateinamerikanischen Theologie der Befreiung eingegangen. Sie findet sich aber auch unter den heutigen Methoden in professioneller Sozialer Arbeit wieder.
Dennoch steht eine systematische Aufarbeitung seiner Impulse für die Praktische Theologie und Sozialethik nach wie vor aus. Unter dem Focus „Mehrwert Mensch“ wollen die Veranstalter – das Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath, der CAJ-Bundesverband, der CAJ-Diözesanverband Aachen, Misereor, die Katholische Fachhochschule NW, Abt. Aachen, sowie das Bischöfliches Generalvikariat Aachen, Abt. Grundfragen und -aufgaben der Pastoral – Gedanken von Joseph Cardijn angesichts der heutigen kirchlichen und gesellschaftlichen Wirklichkeit aufnehmen. Welche Impulse geben sie angesichts gesellschaftlicher Entsolidarisierung, der größer werdenden Schere zwischen Arm und Reich und der Auswirkungen der Globalisierung?
Weitere Informationen und Anmeldung zu der Tagung, die am 5./6.9.2008 in Herzogenrath stattfindet: Christina Herrmann, Nell-Breuning-Haus, Wiesenstraße 17, 52134 Herzogenrath, Tel. 02406-9558-0 / Fax 02406-4632, Mail: christina.herrmann@nell-breuning-haus.de [R. Krockauer, Aachen]
6. Publikationen
Tobias Kläden / Judith Könemann / Dagmar Stoltmann (Hg.), Kommunikation des Evangeliums. Festschrift für Udo F. Schmälzle (Theologie und Praxis ; 35), Münster 2008.
ISBN 978-3-8258-1190-7
Für Udo F. Schmälzle, von 1987 bis 2008 Professor für Pastoraltheologie und Religionspädagogik an der Universität Münster, ist die überzeugende Kommunikation des Evangeliums in Wort und Tat eine zentrale Angelegenheit. In einer glaubwürdigen christlichen Praxis wird "Gott" für ihn zu einem Tätigkeitswort. Die Beiträge der Festschrift zu seinem 65. Geburtstag nehmen seine Anstöße für die praktische Theologie auf. [T. Kläden, Münster]
Judith Könemann / Georg Vischer (Hg.): Interreligöser Dialog in der Schweiz. Grundlagen - Brennpunkte - Praxis (Beiträge zur Pastoralsotiologie ; 10), Zürich 2008.
Der interreligiöse Dialog wird in unserer kulturell und religiös pluraler werdenden Gesellschaft immer wichtiger. Im vorliegenden Band werden wichtige Brennpunkte des interreligiösen Zusammenlebens in der Schweiz, z.B. Gebets- und Ritualpraxis, Religionsunterricht, interreligiöse Partnerschaften etc. beleuchtet. Neben den Brennpunkten werden die Grundlagen und Bedingungen des religiösen Miteinanders angesprochen und konkrete Hilfestellungen für den interreligiösen Dialog in der Praxis gegeben. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften äußern sich zu den Chancen und Möglichkeiten des interreligiösen Dialogs in der Schweiz. Die Autorenschaft ist interreligiös zusammengesetzt, ein ausführlicher Dienstleistungsteil unterstützt mit vielfältigen Hinweisen ein Engagement in Fragen des interreligiösen Dialogs. [J. Könemann, St. Gallen]
Rainer Krockauer / Manfred Körber (Hg.), Glaubenszeugnisse in Sozialer Arbeit und Diakonie (Werkstatt Theologie - Praxisorientierte Studien und Diskurse ; 8), Münster 2008.
ISBN 3-8258-0096-3
Diakonische Arbeitsfelder sind Orte gelebten Glaubens. Am Ort von hilfsbedürftigen, verarmten oder marginalisierten Menschen ist gerade der Gottesglaube ein motivierender und vitalisierender Bestandteil des sozialen Engagements, der das eigene Lebenszeugnis von Engagierten zu prägen und zu begründen vermag.
In der erinnerten wie aktuellen Wahrnehmung von prominenten wie unbekannten christlichen Glaubenszeugen in Sozialer Arbeit und Diakonie liegt, so die These des Buches, ein gewaltiges Lernpotential für die Zukunft von Kirche und Gesellschaft. [R. Krockauer, Aachen]
Johannes Panhofer / Matthias Scharer / Roman Siebenrock (Hg.), Erlöstes Leiten. Eine kommunikativ-theologische Intervention (Reihe Kommunikative Theologie), Ostfildern 22008.
Das Thema „Leiten in der Kirche“ hat es offensichtlich in sich. Dieses Buch, das in Kooperation von „Leitungspraktikern“ und wissenschaftlichen TheologInnen unterschiedlichster Disziplinen in Innsbruck entstanden ist, erfährt bereits nach 6 Monaten seine zweite Auflage.
Menschen, die in der Kirche Leitungsaufgaben wahrnehmen, stehen vor neuen Herausforderungen: Christliche Glaubensmilieus lösen sich auf, Pluralismus und Individualismus halten auch in der Kirche Einzug, der traditionelle Leitungsanspruch der Kleriker hat sich überholt. Die Erwartungen an Leitungskompetenz sind gestiegen und Leitungsschwächen werden von der Öffentlichkeit kritisch kommentiert.
Die Kirche kann jedoch nicht einfach unhinterfragt Leitungsmodelle aus der Wirtschaft übernehmen. Aber wie ist Leitung in der Kirche zu denken, wenn man theologischen Vorgaben gerecht werden will?
Dieser Frage nach theologisch legitimierter Leitung gehen die Autorinnen und Autoren des Bandes nach. Leitungspersonen aus verschiedenen kirchlichen Feldern bringen sich mit ihren Erfahrungen aus der Praxis ein. Die drängenden Fragen um das Leiten in der Kirche erscheinen im kommunikativ-kritischen Zueinander von Theologie und Praxis in einem neuen Licht und geben den Blick frei auf ein „erlöstes Leiten“.
Das Buch richtet sich an jene, die in der Kirche oder die Kirche/Gemeinde leiten, die an den brennenden Fragen von Leitung in der Kirche heute interessiert sind, die kirchliches Leiten aus den Perspektiven der verschiedenen theologischen Disziplinen kritisch reflektieren möchten, die nach dem spezifisch „Christlichen“, dem „Erlösten“ im Leiten fragen wollen und die am spannungsreichen Gespräch zwischen kirchlich-pastoraler Praxis und fachtheologischer Reflexion teilnehmen möchten. [J. Panhofer, Innsbruck]
Heribert Wahl, LebensZeichen von Gott – für uns. Analysen und Impulse für eine zeitgemäße Sakramentenpastoral (Kommunikative Theologie – interdisziplinär Communicative Theology – Interdisciplinary Studies ; 9), Münster 2008.
ISBN 978-3-8258-1340-6
Alle reden heute vom „Symbol“ – und jeder meint etwas Anderes. Das Allerweltswort zieht einen langen Bedeutungsschweif nach sich. Wenn dann auch noch unterstellt wird, etwas sei „nur symbolisch“ gemeint, müssten Seelsorgern und Theologinnen die Ohren klingen. Denn damit werden, wie nebenbei, auch die großen LebensZeichen des Glaubens als zutiefst unwirklich abgetan: Sind auch Sakramente in diesem Sinn „nur“ Symbole? Um hier gegenzusteuern, entwirft die praktisch-theologische Studie im Gespräch mit der Selbstpsychologie einen grundlegend anderen, entwicklungs- und lebensgeschichtlichen Zugang zu den Sakramenten: Symbolisches geschieht authentisch nur dort, wo wir in erfahrungsgesättigten Zeichen nicht einfach auf uns selbst stoßen (Stichwort: „Selbstverwirklichung“), sondern einem Anderen begegnen, das unser Leben und Glauben trägt und mehrt. Von daher muss Sakramentenpastoral heute, vor aller nötigen Wissensvermittlung, Menschen kommunikativ befähigen, im Umgang mit Gottes LebensZeichen (wieder) neu wirklich symbolische, Leben spendende und mehrende Erfahrungen zu machen. [H. Wahl, Trier]
Zeitschrift Lebendige Seelsorge 03/08 "Kunst und Kirche"
Kunst und Kirche – ein spannendes „und“ steht zwischen den beiden Begriffen. Josef Meyer zu Schlochtern interpretiert dieses „und“ als Dialog. Der Dialog zwischen Kirche und zeitgenössischer Kunst sollte seiner Meinung nach aber nicht auf die Frage beschränkt werden, ob und wie die Inhalte des Glaubens in den Werken der Künstler angemessen zur Darstellung gelangen. Ein Dialog, der die Autonomie der zeitgenössischen Kunst achtet, wird durch einen solchen Perspektivenwechsel bereichert.
Reinhard Hoeps dagegen favorisiert eine Bildtheologie, in der die Bilder keine nur untergeordnete Rolle spielen, sondern eine eigene theologische Erkenntnisquelle darstellen. Werke der bildenden Kunst bieten die Chance für die Ausbildung des Sehens zu einer qualifizierten theologischen Reflexion. Der Dialog als Verhältnisbegriff zwischen Kunst und Kirche ist ihm zu schwach und „schwammig“, letztlich zu harmlos: deshalb möchte er das „und“ zwischen Kunst und Kirche ersetzen durch eine streitbare und zielführende Auseinandersetzung.
Dieses Heft bietet darüber hinaus eine Reflexion zu „Das Schöne und das Vergängliche“ von Wolfgang Frühwald, einen Bericht über die Kunstprojekte in der Wiener Jesuitenkirche sowie über Experimente mit moderner Kunst in anderen Gemeinden.
Gewidmet ist dieses Heft dem Schriftsteller Reiner Kunze zu seinem 75. Geburtstag. Unter der Überschrift „das wort abgeschwiegen dem tod“ beschreibt Erich Garhammer das Anregungspotential der Poesie für die Predigt.
Weitere Informationen, eine Inhaltsübersicht sowie den Beitrag von Wolfgang Frühwald finden Sie auf www.lebendige-seelsorge.de [A. Schilling, Würzburg]
Möchten auch Sie auf Forschungsprojekte, Neuerscheinungen, Tagungen, Stellenausschreibungen o.ä. hinweisen? Informationen bitte an: info (at) pastoraltheologie (punkt) de
12. Obligatorisches / Impressum
Für die Inhalte der einzelnen Mitteilungen sind deren Verfasser verantwortlich.
Kontakt:
Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld, Beauftragter für Homepage und Newsletter
des Beirats der Konferenz deutschsprachiger Pastoraltheologen und Pastoraltheologinnen e.V.
eMail: info (at) pastoraltheologie (punkt) de |