 |
 |
 |
Infodienst 4/2008
Newsletter
der Homepage-Redaktion „www.pastoraltheologie.de“
Inhalt:
1. DFG-Antrag auf Förderung eines Mittelbau-Netzwerks
2. Berichte und Informationen aus dem Bereich Pastoral im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz
3. Bonifatius-Sonderpreis für Erfurter Weihnachtsmarktprojekt
4. Ästhetische Praktische Theologie
5. Antrittsvorlesungen an der Universität Münster
6. Kongressankündigung: „Enabling Community – Gemeinsame Sache machen“
7. Kongressankündigung: „Prophetische Pastoral“
8. „Arm und Reich“ - Aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Lebendige Seelsorge
9. Publikationen
10. Obligatorisches / Impressum
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Nutzerinnen und Nutzer unserer Homepage,
heute möchten wir Sie mit dieser Newsletter-Ausgabe wieder auf Neuigkeiten aus der Konferenz der deutschsprachigen Pastoraltheologen und Pastoraltheologinnen e.V. aufmerksam machen. Ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Homepage http://www.pastoraltheologie.de.
Nachrichten aus Ihrem Haus, Veranstaltungsankündigungen, Hinweise auf Neuerscheinungen, Stellenangebote etc. können Sie über unseren E-Mail-Verteiler an alle eingetragenen Kolleginnen und Kollegen sowie weitere an Pastoraltheologie Interessierte schicken. Dafür senden Sie bitte die entsprechende Mitteilung an: info@pastoraltheologie.de.
Wir würden uns freuen, wenn Sie Kolleginnen und Kollegen sowie weitere pastoraltheologisch Interessierte auf dieses Informationsangebot aufmerksam machten. Die Anmeldung für den Newsletter-Verteiler ist auf der Startseite der Konferenz-Homepage möglich.
Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen für die bevorstehende Weihnachtszeit und das neue Jahr
Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld
Beauftragter der Konferenz deutschsprachiger Pastoraltheologen und Pastoraltheologinnen e.V. für die Homepage www.pastoraltheologie.de
1. DFG-Antrag auf Förderung eines Mittelbau-Netzwerks
Mitte Oktober konnte bei der DFG ein Antrag zur Gründung eines wissenschaftlichen Netzwerkes für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler eingereicht werden. Ein Antrag für eine solche Förderungsform ist unseres Wissens der erste, der im Bereich der Pastoraltheologie gestellt wird, und hat von daher Pioniercharakter. Der Antragstellung vorangegangen ist ein Themenfindungsprozess in der Statusgruppe „Mittelbau“ der Konferenz der deutschsprachigen Pastoraltheologen und Pastoraltheologinnen, innerhalb dessen mehrere Themen generiert und einem Abstimmungsverfahren unterzogen wurden. Das Thema „Praktische Theologie in der Spätmoderne – Zur aktuellen und prospektiven Topografie einer Disziplin in wissenschaftsgeschichtlicher Perspektive“ konnte dabei die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigen.
Ausgehend davon, dass es der Praktischen Theologie innerhalb des theologischen Fächerkanons in besonderer Weise um den Gegenwartsbezug des christlichen Glaubens geht, ergibt sich die Frage, ob sich diese Disziplin der religiösen Situation der Spätmoderne ausreichend stellt. Junge Praktische Theologinnen und Theologen wollen sich mit dieser Frage selbstreflexiv auseinandersetzen, sie aber auch an ihre (älteren) Fachkolleginnen und -kollegen stellen. Die Arbeit im Netzwerk soll dabei in einem Dreischritt erfolgen: Zunächst soll eine Matrix aus Kriterien erarbeitet werden, die eine Charakterisierung des praktisch-theologischen Diskurses unter den Bedingungen der Spätmoderne erlaubt. Mit dieser Matrix soll in einem zweiten Schritt der eigene Beitrag zur Praktischen Theologie selbstkritisch und im Dialog mit anderen Nachwuchswissenschaftlern befragt werden. Dieser Selbstvergewisserung folgt in einem dritten Schritt die paradigmatische Analyse der Arbeit prominenter Praktischer Theologinnen und Theologen. Die Frage ist jeweils, ob mit der genannten Matrix spätmoderne Züge identifiziert werden können. Die Auswahl und Profilierung der Matrixkriterien sowie die Portraits der ausgewählten Wissenschaftler sollen in einem Sammelband dokumentiert werden.
Als Antragsteller für diese auf drei Jahre angelegte Netzwerk-Initiative treten gegenüber der DFG Tobias Kläden (Münster), Stefan Gärtner (Münster/Tilburg) und Ulrich Feeser-Lichterfeld (Bonn) auf. Ihrer Antragsskizze haben sich zwölf weitere Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden als Netzwerkmitglieder angeschlossen, mehrere Mittelbau-Mitglieder stehen als „Nachrücker“ auf einer Warteliste bereit. Diese unerwartet große Resonanz genauso wie die bereits im Vorfeld der Antragstellung in Gang gesetzte Vernetzung der pastoraltheologischen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler darf als erster wichtiger Ertrag des angestoßenen Prozesses gelten. Umso größer ist jetzt die Hoffnung auf eine positive Begutachtung des Vorhabens, damit der im pastoraltheologischen Mittelbau explizit geäußerte Wunsch nach einer engeren inhaltlichen Zusammenarbeit auch in die Tat umgesetzt werden kann. [T. Kläden, Münster / S. Gärtner, Tilburg / U. Feeser-Lichterfeld, Bonn]
2. Berichte und Informationen aus dem Bereich Pastoral im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz
Fachgespräch: „Pastorale Planung und sozialwissenschaftliche Empirie“
Im Zuge der Neuordnung und Neuorientierung der Pastoral der Pfarrei ist in vielen Diözesen die Frage gestellt worden, welche Bedeutung religions- und kirchensoziologische Untersuchungen für die pastorale Planung haben. Einerseits ist eine methodisch kontrollierte Wahrnehmung gesellschaftlicher Wirklichkeit für das Handeln der Kirche unausweichlich, anderseits dürfen die empirischen Sozialwissenschaften nicht zur exklusiven Quelle der Neuorientierung des Handelns der Kirche avancieren. Einem „redemptorischen“ Missverständnis der Soziologie zu wehren, liegt gleichermaßen im Interesse von Theologen wie von Soziologen. Für das Leben der Kirche bleibt das Evangelium die erste Quelle, eine zweite - deswegen keineswegs beliebige - Quelle stellt die vielfältige und differenzierte Wahrnehmung sozialer und kultureller Realität dar. Die Ergebnisse des Fachgespräches, das unter der Leitung des Vorsitzenden der Pastoralkommission, Bischof Dr. Joachim Wanke (Erfurt), am 24. Oktober 2008 stattgefunden hat, sollen dazu beitragen, das Verhältnis von theologischem und soziologischem Wissen für das Handeln der Kirche angemessen und fruchtbar zu gestalten. Eine Dokumentation wird in Kürze erscheinen. [O. John, Bonn]
Kolloquium: „Die Gottesfrage zwischen wachsender Religiosität und Gottesvergessenheit“
Im Jahre 1999 hatte der Bischof von Erfurt, Dr. Joachim Wanke, den fortbestehenden Alltagsatheismus- und -agnostizismus in den neuen Bundesländern mit dem Wort von J. B. Metz als „Gotteskrise“ bezeichnet. Die Situation in Ostdeutschland ist für die Christenheit auch eine Chance, jenseits aller gesellschaftlichen Funktionalität der Religion die Frage nach Gott neu und tiefer zu stellen. In der Gotteskrise können Vorstellungen, die Gott „zu klein“ und „zu harmlos“ machen, aufgebrochen werden.
Die mit dem Stichwort „Gotteskrise“ gedeuteten Herausforderungen haben sich 10 Jahre später keineswegs erledigt; sie sind in einem Kolloquium, das unter der Leitung des Vorsitzenden der Pastoralkommission, Bischof Dr. Joachim Wanke (Erfurt), am 7. November 2008 in Erfurt stattgefunden hat, bearbeitet worden. [O. John, Bonn]
Akademieveranstaltung „Universalismus – Individuum – Mission. Unerwartete Anstöße aus dem Werk des Apostels Paulus“ (Arbeitstitel) am 16. Mai 2009 in Frankfurt am Main, Haus am Dom
Am 16. Mai 2009 veranstaltet das Haus am Dom – unterstützt vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz – eine Akademieveranstaltung: „Universalismus – Individuum – Mission. Unerwartete Anstöße aus dem Werk des Apostels Paulus“ (Arbeitstitel). Die eintägige Veranstaltung im Rahmen des Paulus-Jahres 2008/2009 verfolgt das Ziel, auf der Grundlage der Paulus-Texte und in Anlehnung an die Paulus-Rezeption in der gegenwärtigen Philosophie das Verhältnis von Universalismus und Mission zu bedenken. Ausgangspunkt ist die philosophische Lektüre der paulinischen Briefe in den Werken von Jacob Taubes, Alain Badiou, Daniel Boyarin, Giorgio Agamben und Slavoj Zizek. Vor dem Hintergrund der philosophischen Paulus-Diskussion mit ihrer Frage nach der Bedeutung des paulinischen Universalismus steht der Zusammenhang von Universalismus und Mission im Gespräch mit außereuropäischen, pastoraltheologischen und missionskritischen Positionen im Mittelpunkt der Tagung.
Referenten: Kardinal Karl Lehmann (Mainz); Prof. Dr. Micha Brumlik (Frankfurt); Prof. Dr. Ottmar Fuchs (Tübingen); Prof. Dr. Hans-Joachim Höhn (Köln); Dr. Jacob Parapali SJ (Poona). [R. Börschel]
Fachkonferenz Ehe- und Familienpastoral am 25./26. Juni 2009 in Freising, Kardinal-Döpfner-Haus
Im Rahmen ihrer Frühjahrs-Vollversammlung 2008 hielten die Deutschen Bischöfe einen Studientag zur Thematik Ehe und Familie ab. (Die Dokumentation der Fachvorträge kann im Internet unter http://www.dbk.de/ehe-familie-kirche/download/studientag_feb2008.pdf abgerufen werden.) Um die Überlegungen und Ergebnisse dieses Studientages für die pastorale Arbeit in den deutschen Diözesen fruchtbar zu machen, wird am 25. und 26. Juni 2009 im Kardinal Döpfner-Haus in Freising unter Federführung der Kommission für Ehe und Familie (XI) eine Fachtagung zur Ehe- und Familienpastoral stattfinden. Eingeladen werden zu dieser Fachtagung neben den diözesanen Verantwortlichen für die Ehe- und Familienpastoral auch zahlreiche Vertreter entsprechender kirchlicher Fachverbände und –institutionen.
Ziel dieser Fachtagung ist es, die Bedeutung und die Chancen der Ehe- und Familienseelsorge vor dem Hintergrund der derzeitigen tief greifenden Reformen und Veränderungen der pastoralen Strukturen herauszustellen. Überdies soll deutlich werden, dass es in der konkreten seelsorgerlichen Arbeit bereits eine Vielzahl von guten Modellen und Projekten gibt, deren Adaption an die jeweiligen Gegebenheiten die Planung in der Ehe- und Familienpastoral vor Ort erleichtert. Nicht zuletzt wird sich die Fachtagung die Frage nach konkreten weiteren Schritten auf dem Weg zu einer zugleich prinzipientreuen und zeitgemäßen Ehe- und Familienpastoral der Katholischen Kirche in Deutschland zu stellen haben. [M. Feil]
„Ehe-, Familien- und Lebensberatung. Lösungen finden“ – Hinweis auf ein Themenheft „Unsere Seelsorge“ des Bischöflichen Generalvikariates Münster
Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster erschien im September 2008 in der Reihe „Unsere Seelsorge“ die Ausgabe „Ehe-, Familien- und Lebensberatung. Lösungen finden“. Das Themenheft beschreibt das kirchliche Profil und benennt die Schwerpunke der Ehe-, Familien- und Lebensberatung, deren Bedeutung angesichts zunehmender Verunsicherungen und der wachsenden Anzahl an Trennungen und Scheidungen beständig zunimmt. Ehe-, Familien- und Lebensberatung als konkrete Hilfe zum Gelingen des Lebens trägt wesentlich zum Gelingen von Partnerschaft und damit zur Plausibilität des Sakramentes der Ehe bei. Der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, Stefan Sühling, bezeichnet in seinem Grußwort die Ehe-, Familien- und Lebensberatung als „Ernstfall der Seelsorge“. (Bezugsadresse: Bischöfliches Generalvikariat Münster, Hauptabteilung Seelsorge, 48135 Münster) [F. Rathofer]
Bundeskonferenz Krankenhausseelsorge
Die Bundeskonferenz Krankenhausseelsorge stand in diesem Jahr unter dem Thema „Zurüstung von Krankenhausseelsorgern und –seelsorgerinnen unter sich verändernden Erwartungen und Bedingungen in Kirche und Gesundheitswesen“. Aus der Sicht der Träger, der Diözesen und der Ausbildungsstätten wurde die Frage der Qualitätsanforderung und –sicherung von Krankenhausseelsorge unter Bedingungen zurückgehenden Personals, kürzerer Liegezeiten und neuer inhaltlicher Herausforderungen wie Palliative Care erörtert. Betont wurde u. a., dass eine Rufbereitschaft schon jetzt kaum noch aufrecht zu erhalten ist, da neue Tarifbestimmungen die Rufbereitschaft von Angestellten im Krankenhaus vergütungspflichtig machen und Priester ohnehin nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Sowohl die Veränderung im Gesundheitswesen wie auch die neu entstehenden Seelsorgestrukturen werden die Diözesen zu konzeptionellen Neuüberlegungen veranlassen. [H.-G. Angel, Bonn]
3. Bonifatius-Sonderpreis für Erfurter Weihnachtsmarktprojekt
Das Projekt „Folge dem Stern!“ wurde im Vorjahr vom Lehrstuhl für Pastoraltheologie (Prof. Dr. Maria Widl) gemeinsam mit dem Institut für Evangelische Theologie/ Religionspädagogik (Prof. Dr. Andrea Schulte) ins Leben gerufen. Das Bonifatiuswerk ehrte die Initiative nun mit einem Sonderpreis im Rahmen der Verleihung des „Bonifatius-Preises für missionarisches Handeln in Deutschland 2008“. Das Projekt wurde ausgezeichnet, weil im „säkularen Umfeld des Erfurter Weihnachtsmarktes der eigentliche Sinn der christlichen Symbolik und damit die froh machende Botschaft von der Mensch- und Kindwerdung Gottes erneut zugänglich gemacht und zeitgemäß interpretiert“ wurde. Dabei sei es nicht nur darum gegangen, allgemein abendländisches Kulturgut neu in das Bewusstsein der Menschen in den neuen Bundesländern zu heben, sondern den ursprünglichen Sinn des adventlichen Brauchtums zu erschließen und „vom Ballast der alles überlagernden vorweihnachtlichen Konsumma-schinerie zu befreien“, teilte das Bonifatiuswerk mit. Der mit 700 Euro dotierte Preis wurde am 9. November in Berlin überreicht. Das Projekt wird in diesem Jahr fortgesetzt mit dem Ziel, es der Ortskirche zu übergeben. [M. Widl, Erfurt]
4. Ästhetische Praktische Theologie
Im Rahmen des Jubiläumsjahres 2008 zum 100. Geburtstages des französischen Komponisten und bekennenden Katholiken Olivier Messiaen hat unter Leitung von Dr. Michaela Christine Hastetter bereits im April ein Internationales und Interdisziplinäres Symposium am Schnittpunkt von Musik und Theologie im oberfränkischen Kloster Banz stattgefunden, dessen Beiträge nun am 10. Dezember 2008 in dem gleichnamigen Band „Musik des Unsichtbaren. Der Komponist Olivier Messiaen (1908-1992) am Schnittpunkt von Musik und Theologie. Herausgegeben von Michaela Christine Hastetter unter Mitarbeit von Christian Lenze, EOS-Verlag St. Ottilien 2008 erscheint. Aus dem das Symposium begleitende pastoraltheologische Hauptseminar am Institut für Praktische Theologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Prof. Dr. Hubert Windisch) ist nun eine studentische Initiative von Herrn Georg Pfeiffer hervorgegangen, der am 10. Dezember 2008 in der Universitätskirche Freiburg eine pastoralliturgische Umsetzung unter dem Titel „Olivier Messiaens Weihnachtsevangelium – La Nativité du Seigneur“ zu Gehör bringen wird, mit anschließender Begegnung und Buchpräsentation. [M.C. Hastetter, Freiburg i.Br.]
5. Antrittsvorlesungen an der Universität Münster
In diesem Jahr fanden an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster zwei Habilitationen statt, die von Prof. Dr. Udo Schmälzle betreut wurden: Stefan Gärtner (Zeit, Macht und Sprache. Pastoraltheologische Studien zu drei Grunddimensionen von Seelsorge) und Markus Tomberg (Religionsdidaktik als Theorie gläubigen Handelns. Überlegungen zur kommunikativen Bestimmung der Gottesrede im Religionsunterricht).
Beide halten im kommenden Januar ihre Antrittsvorlesungen als Privatdozent an der Münsteraner Fakultät. Markus Tomberg wird am 9. Januar über "Advokatorisches Handeln. Eine didaktische Perspektive auf gläubige Praxis" sprechen, Stefan Gärtner am 23. Januar über "Praktische Theologie als Pastoraltheologie? Wissenschaftstheoretische Erwägungen zu einer (un-) zeitgemäßen Option".
Die Antrittsvorlesungen finden jeweils um 12 Uhr ct im Hörsaal KThS I, Johannisstr. 8-10, 48143 Münster statt. [T. Kläden, Münster]
6. Kongressankündigung: „Enabling Community – Gemeinsame Sache machen“
Vom 18.-20. Mai 2009 veranstaltet die Evangelische Stiftung Alsterdorf in Kooperation mit der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin in Hamburg einen Kongress zum Thema „Enabling Community – Gemeinsame Sache machen“. Er befasst sich mit den Veränderungspotentialen von Gemeinwesen, Stadtteilen und Kommunen, die den menschenrechtsethisch gebotenen Anspruch der Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung einlösen wollen. Das komplexe Gefüge des Gemeinwesens verfügt zwar über große Inklusionspotentiale – gleichwohl sind diese Ressourcen häufig ungenutzt und wichtige Netzwerke noch nicht geknüpft. Die Veranstaltung richtet sich an alle Akteure, die bei der (Um-)Gestaltung von Gemeinwesen Verantwortung übernehmen können und wollen. Es sollen gemeinsam professionelle sozialraumorientierte Handlungsansätze entwickelt und somit das Gemeinwesen befähigt werden, die rechtliche und soziale Inklusion aller seiner Bürgerinnen und Bürger zu fördern.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung erhalten Sie unter: http://www.enabling-community.de [F. Kiuppis / S. Kurzke-Maasmeier, Berlin]
7. Kongressankündigung: „Prophetische Pastoral“
Der „European Council for Pastoral Care and Counselling“ und das Akademische Zentrum für Praktische Theologie (Katholische Universität Leuven) organisieren einen internationalen Kongress zum Thema „Prophetische Pastoral“. Der Kongress findet statt vom 20.-25. August 2009 an der Theologischen Fakultät der Katholischen Universität Leuven (Belgien).
Prophetische Pastoral hat zum Ziel, Gottes Wunsch nach Liebe und Gerechtigkeit im Alltag zu verwirklichen und damit eine bessere Zukunft zu gestalten. Eine prophetische Pastoral richtet sich an Einzelpersonen, Gruppen, Einrichtungen, Organisationen sowie an Gesellschaft und Kirche insgesamt.
Mit Hilfe von Fachvorträgen aus den Bereichen Exegese, Befreiungs- und kontextuelle Theologie, Ethik, praktische Theologie usw., Beiträgen zu Spiritualität und Kunst sowie vielfältigen Workshops, Gesprächsgruppen usw. soll der Kongress einen Beitrag dazu leisten, das Thema „prophetische Pastoral“ zu erkunden und Anregung für die Praxis zu bieten.
Aktuelle Informationen und Anmeldung: http://www.ecpcc.info/index_two.htm und http://www.theopraxis.eu [K. Ladenhauf, Graz]
8. „Arm und Reich“ - Aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Lebendige Seelsorge
Die Ereignisse der letzten Monate – Turbulenzen auf dem Finanzmarkt sowie die Privatisierung der Gewinne und Sozialisierung der Verluste – haben gezeigt, wie die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht und in Zukunft wohl noch mehr auseinander gehen wird. Dem muss widerstanden werden.
Das tut im aktuellen Heft der „Lebendigen Seelsorge“ Heft Thomas Wagner in seinem Beitrag „ Arm in einem reichen Land.“ Eva-Maria Schuster macht vor allem auf die vielfache Bedeutung von Armut aufmerksam. Armut ist nicht nur eine Sache des Kontostands, es gibt neben der materiellen Armut vor allem auch Bildungs- und Gesundheitsarmut.
Liberale Ökonomen vertreten die These, der Markt sei auf dem sozialen Auge blind. Er müsse es sein, sonst funktioniere er nicht. Dieses Heft plädiert für eine „sehfähige und prophetische Kirche mit sozialem Auge“. Das bedeutet nicht nur die Konkretion im Handeln von Kirche und Caritas, es impliziert auch den Protest gegen strukturelle Ungerechtigkeiten. Aktionen wie „das tägliche brot“ in Krefeld oder der „Kirchen-Brotkorb“ in Hammelburg verdeutlichen die Kreativität von Christen auf diesem Feld. „Die Ehre der Armen – das ist die Ehre Christi“ – diese Erkenntnis hat Wilhelm Löhe nicht nur zur Gründung einer diakonischen Einrichtung, sondern auch zur Gründung eines Paramentenvereins ermuntert.
Eine Inhaltsübersicht sowie das Interview von Bernhard Spielberg mit dem Würzburger Caritasdirektor Martin Pfriem finden Sie im Internet unter www.lebendige-seelsorge.de [A. Schilling, Würzburg]
9. Publikationen
Udo Fr. Schmälzle in Zusammenarbeit mit Stefan Schürmeyer, Torsten Gunnemann, Markus Therre und Ana Honnacker: Menschen, die sich halten - Netze, die sie tragen. Analysen zu Projekten der Caritas im lokalen Lebensraum (Diakonik 6), Münster 2008.
ISBN 978-3-8258-1530-1
Kinder, die morgens hungrig in der Schule landen; Alte und Kranke, die nicht mehr aus ihren Wohnungen kommen; Jugendliche, die keine Arbeit finden; Familien, für die Urlaub zum Fremdwort wird: Für alle diese Menschen wird das Viertel, in dem sie wohnen, zu dem Raum, der sie definiert und in dem sie ihr Leben bewältigen müssen.
Was passiert, wenn diese Menschen gemeinsam mit Wohnungsbaugesellschaften, Kirchengemeinden, Verbänden, Kommunen, Schulen oder Sportvereinen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und damit beginnen, ihren Sozial- und Lebensraum zu gestalten? Wer sich für diese Fragen interessiert, für solche Viertel Verantwortung trägt, oder gar selbst dort lebt, kann in diesem Buch viel von den Menschen lernen, die in den 22 Projekten zu Akteuren werden. [T. Kläden, Münster]
Giancarlo Collet, Reinhard Feiter, Karl Gabriel, Udo Schmälzle, Hermann Steinkamp (Hg.): Liebe ist möglich, und wir können sie tun. Kontexte und Kommentare zur Enzyklika "Deus caritas est" von Papst Benedikt XVI. (Diakonik 7), Münster 2008.
ISBN 978-3-8258-1539-4
Die erste Enzyklika von Papst Benedikt XVI., Deus caritas est, hat bei ihrem Erscheinen ein großes Echo gefunden und eine gegenwärtig weiter zunehmende fachwissenschaftliche Auseinandersetzung hervorgerufen. Die Beiträge dieses Bandes kommentieren den Text der Enzyklika aus kirchengeschichtlicher, systematisch-theologischer sowie praktisch-theologischer Perspektive und stellen ihn in weitere theologische und gesellschaftliche, ökumenische und pastorale Kontexte. Auf diese Weise ergibt sich ein differenziertes Bild der Enzyklika und wird die Herausforderung deutlich, die in der Aussage Benedikts XVI. steckt, dass die Diakonie genauso zum Wesen der Kirche gehört wie der Dienst der Sakramente und die Verkündigung des Evangeliums. [T. Kläden, Münster]
Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (Hg.), Jede hat ihre Gaben. Studien, Positionen und Perspektiven zur Situation von Frauen in der Kirche, Ostfildern 2008.
ISBN 978-3-7966-1394-4
Frauen prägen das kirchliche Leben, gerade auf der Ebene der Gemeinden. Persönliche und strukturelle Grenzen verhindern jedoch oft, dass sie ihre Fähigkeiten sichtbar und selbstbewusst einbringen. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands regte mit dem Prozess »Charismen leben – Kirche sein« an, die Begabungen von Frauen wahrzunehmen und zu fördern. Die Ergebnisse werden in diesem Band gebündelt. Dazu gehören eine quantitative und eine qualitative Untersuchung weiblicher Lebens- und Glaubenswege, die von namhaften Theologinnen und Theologen aus unterschiedlichen Perspektiven ausführlich kommentiert werden. Schließlich formulieren Handlungsoptionen, wie die Gestaltungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten von Frauen in der Kirche verbessert werden können.
Damit bietet dieser Band einen aufschlussreichen Blick auf die Religiosität und Verortung katholischer Frauen in Deutschland sowie hilfreiche Perspektiven für verbandliches und pastorales Handeln in Zeiten kirchlicher Umbrüche [M. Altenbeck, Düsseldorf]
Bernhard Spielberg, Kann Kirche noch Gemeinde sein? Praxis, Probleme und Perspektiven der Kirche vor Ort, Würzburg 2008.
ISBN 978-3429029999
Nirgendwo zeigen sich die Umbrüche in der kirchlichen Landschaft deutlicher als in der Kirche vor Ort. Hier ist handfest zu spüren, was nüchterne Statistiken seit Jahren dokumentieren. Mit den Zahlen der Taufen, der Trauungen und der Priester sinkt nicht selten auch die Hoffnung, dass die Kirche vor Ort überhaupt eine Zukunft hat.
Bernhard Spielberg geht der Frage nach, wie die Zukunft der heutigen „Pfarrgemeinden“ aussehen kann. Er stellt die Prozesse der Pastoral- und Strukturentwicklung in zehn deutschen Diözesen vor und zeigt die Veränderungen auf, die sie insbesondere für die Kirche vor Ort bedeuten. Dabei werden die Maßnahmen der Bistümer kritisch auf ihre blinden Flecken sowie auf ihre Potenziale hin befragt.
Inspiriert durch die Struktur und Praxis der Kleinen Christlichen Gemeinschaften in Afrika und Asien entwickelt er schließlich Perspektiven für eine andere Art, in Europa Kirche zu sein – in Pfarreien und Gemeinden. [B. Spielberg, Würzburg]
Ralf Koerrenz / Michael Wermke (Hg.) Schulseelsorge - ein Handbuch, Göttingen 2008.
ISBN 978-3525616130
Obwohl in evangelischer Herausgeberschaft bietet der Sammelband auch Beiträge von und für die katholische Seite. Neben theoretischen Grundlegungen werden die unterschiedlichen Adressaten der Schulpastoral sowie konkrete Handlungsräume, Konfliktfelder und Erfahrungsfelder behandelt. Ein bisher konkurrenzloses Werk. [M. Obermeyer, Eichstätt]
Carl-Friedrich Geyer, Detlef Schneider-Stengel (Hg.), Denken im offenen Raum. Prolegomena zu einer künftigen postmetaphysischen Theologie, Darmstadt 2008.
ISBN 978-3534216147
Die Formel „Wenn Gott ins Denken fällt“ (Emmanuel Levinas) ist eine hilfreiche Umschreibung des Themas, das in allen Beiträgen des vorliegenden Bandes in unterschiedlicher Weise zur Sprache kommt. Das Buch beansprucht, einen neuen Diskurs über die Transzendenz und ihre Gegenwart in der Immanenz zu eröffnen. Dabei stellt sich die Frage nach dem Verhältnis von Theologie und Philosophie neu. Die leitende Frage lautet: Wie sieht die Zukunft des theologischen Denkens aus, wenn die alten Weltordnungsmuster und ein selbstverständlicher Glaube nicht mehr vorausgesetzt werden können? Die in dem Band versammelten Beiträge möchten aus der Perspektive verschiedener theologischer und philosophischer Disziplinen Antworten geben auf diese Frage, die sich postmetaphysisch verstehen.
Mit Beiträgen von Hans-Martin Barth, Thomas Erne, Ottmar Fuchs, Carl-Friedrich Geyer, Carl-Peter Klusmann, Christoph Riedel, Michael Schüßler, Detlef Schneider-Stengel, Francois Vouga. [D. Schneider-Stengel, Tübingen]
Möchten auch Sie auf Forschungsprojekte, Neuerscheinungen, Tagungen, Stellenausschreibungen o.ä. hinweisen? Informationen bitte an: info (at) pastoraltheologie (punkt) de
10. Obligatorisches / Impressum
Für die Inhalte der einzelnen Mitteilungen sind deren Verfasser verantwortlich.
Kontakt:
Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld, Beauftragter für Homepage und Newsletter
des Beirats der Konferenz deutschsprachiger Pastoraltheologen und Pastoraltheologinnen e.V.
eMail: info (at) pastoraltheologie (punkt) de |
 |
 |
 |
|